FRAGMENTE

FRAUEN BAUEN! – Eine Ausstellungsreihe mit vier Ostschweizer Architektinnen 
ESPACE NINA KEEL
Sommer 2021
52 Betonfliesen 50 x 50 cm
1 Betonfliese 50 x 50 cm, gerahmt
gelbe Fugenmasse tragendes Gerüst aus Holz
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Eine geneigte Wand aus Beton spannt sich vom Boden bis zur Decke auf. Sie ist wuchtig, verdeckt eine Ecke und nimmt dem Raum einen Drittel seiner Fläche. Geheimnisvoll und belebend ist die Stimmung: Graue Betonfliesen mit Vertiefungen, die von einer leuchtend gelben Fugenmasse durchlaufen sind, die Wände und Decke in dunklem Blau gestrichen.

Die Architektin und Künstlerin Katia Rudnicki hat für den ESPACE NINA KEEL ein trapezförmiges Fliesenbild von drei Metern Höhe und vier Metern Breite geschaffen. Aufgrund seiner Dimension kann es nicht gehängt, sondern einzig an die Wand gelehnt werden. Das Fliesenbild ist weniger Objekt im Raum als raumdefinierendes Element: Es nimmt ihm eine Ecke, verleiht eine Schräge, fliesst in den Boden über und dimensioniert den Raum an der Linsebühlstrasse neu.


ARKANUM

Stipendium der Akademie der Künste Berlin 
zur Recherche und Weiterentwicklung der Arbeit „Fragmente“ im Bereich Baukunst
2022
Recherchearbeit, gebunden
Werkzeug "Arkanum"
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Gefördert durch das Stipendienprogramm INITIAL der Akademie der Künste Berlin entwickelte Rudnicki ein Relief-System, dessen Teile spielerisch immer wieder
neu angeordnet werden können, um Wandbilder zu kreieren.

Für die Arbeit ARKANUM bestand die Herausforderung darin, ein amorphes Relief zu einem System umzuformen. Die Überschneidungen und Winkel mussten bei mehreren Platten konform sein, damit verschiedene Bilder mit dem System entwickelt werden konnten.

Gross und Klein

Künstlerstipendium und Ausstellung an der Schlossmediale Werdenberg 
2021
25 Betonfliesen à 50 x 50 cm
7 Vergrößerte Mantelschnitte, Tyvek
In Zusammenarbeit mit Katherine Newton
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Würde das Verhältnis von gross und klein stagnieren, gäbe es keinen natürlichen Kreislauf. Durch Verschiebungen kann ein organischer Prozess erst funktionieren. In einer Tochter wächst ein Lebewesen heran, die Tochter gebärt und wird zur Mutter. Ihre Mutter wird zur Grossmutter. Die Mutter ist das Bindeglied zwischen Grossmutter und Enkel. Das Enkelkind gedeiht, die Grossmutter schrumpft. Die Tochter verliert ihre Mutter, das Enkelkind verliert die Grossmutter. Dieser Kreislauf zeigt den natürlichen Prozess von Verschiebungen und Überlagerungen der feinen Balance von klein zu gross und gross zu klein.

Durch das Übereinander- und Aneinanderlegen von Körpern und Räumen, versuchen Katia Rudnicki und Katherine Newton Grössenverhältnisse zu kreieren und damit zu hinterfragen, welchen Massstab man sich selbst gibt. Der menschliche Körper ist ein Orientierungspunkt für das Erfassen einer Grösse. Verändern wir die Dimension unseres Körpers, verändern wir gleichzeitig das Verhältnis zu allem, was uns umgibt.

Mantelwald

gefördert durch „Neustart Kultur“, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Installation in der Stadthalle Korntal, Stuttgart
2022
9 überdimensionale Mäntel aus Tyvek
2 Projektionswände aus Tyvek
in Zusammenarbeit mit Katherine Newton
Schattenspiel: Adelheid Kreisz
Musiker: Els Jordeans und Frank Kroll
Winter, Frühling, Sommer, Herbst, für jede Jahreszeit mindestens einen Mantel. Mindestens d.h. es können auch mehrere sein, die sich in unseren Garderoben drücken; ein Mantelwald. Er bietet Raum und Fläche für Schattenbilder, Geräusche, Töne, Musik.
Überdimensionale, raumhohe Papiermäntel sind Projektionsflächen für traumhafte Schattenbilder und Raum für Experimente mit Licht und Schatten, hellen und dunklen Tönen, die zusammen mit den Musikern Els Jordeans und Frank Kroll auf der großen Bühne der Stadthalle Korntal entstehen.
Die Zuschauer sind Teil der Installation. Erst durch sie wird Mantelwald zu einer immersiven Erinnerungslandschaft. Die eigenen Projektionen bringen den Mantelwald im Inneren zum knistern, surren, knacken und tropfen.

KLEID

Stipendium für Nachwuchskünstler*innen "Tanz mit Bruce"
Ausstellung im Eisenwerk Frauenfeld
2017
mit Katherine Newton, Elea Rohner und Marion Täschler
29 überdimensionale Mäntel aus Tyvek
1 überdimensionaler Mantel aus Flies
Bewässerungsanlage
ArbeitsuniformenAudioaufnahmen
Scans von Material, Liegengelassenem, Gefundenem; festgehalten in der Publikation
Performance von Ruth Schwegler
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Während einer einmonatigen Atelierzeit im Shed im Eisenwerk Frauenfeld befassten sich die vier Künstlerinnen mit dem Thema „Kleid“ als Grenze von Innen und Aussen. Als Selbstexperiment uniformierten sie sich für einen Monat, um die Wahrnehmung dieser Grenze zu verstärken. Tägliche Audioaufnahmen dokumentierten, wie es sich im Inneren anfühlt, durch die Uniform das eigene Individuum in den Hintergrund zu stellen und als Gruppe zu existieren. Die Stimmen der Audioaufnahmen wurden verzerrt, somit anonymisiert, täglich transkribiert und als Text in der Publikation öffentlich zugänglich gemacht. Dadurch begannen die vier, diese Grenze auszureizen und aufzulösen.

Es wurde bemerkbar, wie selbst kleinste Ereignisse zu grossen Themen werden und uns unterscheiden. Scans von Material, Liegengelassenem, Gefundenem, oder auch einem Schnitt in den Finger verdeutlichten dies. Dinge, die von blossem Auge nicht einfach sichtbar waren, sondern durchleuchtet werden mussten, brachten erstaunliche Strukturen zum Vorschein. Es ist der Raum zwischen Mensch und Kleid. Es ist eine Zone, die flimmert, explodiert, sich anspannt und ausdehnt, verstaubt, aufgekratzt ist, verschmutzt und dampft. Es ist eine Zone, die als Filter funktioniert, auf dem sich manche Dinge absetzen und verhärten. Die Ausstellung «KLEID» zeigt weisse Mäntel, die genau wie die Scans überdimensioniert sind. Der Raum zwischen Mensch und Mantel wird vergrössert und die eigene flimmrige Filterzone wird erfahrbar. Staub, Schmutz, Explosionen, Ausdehnungen und Verhärtungen dürfen auf diesen Mänteln Platz haben.

MAXIME

Stickerei-Entwürfe für VIII - Roemisch Acht
2019
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Die Stickerei-Entwürfe sind Linien, die den menschlichen Körper von z. B. der Lippe bis zur Ferse in einer durchgehenden Zeichnungs-Bewegung darstellen. Die Zeichnungen werden mit einer Stickmaschine auf den in der Kollektion benutzen Stoff gestickt. Die durchgehende Linienzeichnung entspricht dem Vorgehen einer Stickmaschine, die die Stickerei möglichst nicht unterbricht, sondern in einem durchgehenden Faden vollendet.

Beim Tragen der Kleidung fällt die Stickerei in den Faltenwurf und die sauber durchgehende Linie der Menschenfigur formt sich in ein Chaos. Es sind nur noch Fragmente des Menschen zu lesen. Die Fotografien für die Kollektion spielen wiederum mit den Motiven der Stickerei-Entwürfe. Durch Überlagerungen, transparente Stellen und der Vermischung von Stickerei und Mensch wird die Thematik hervorgehoben.

KLEID - Kollektion der augenblicklichen Existenz

Masterarbeit HGK FHNW BAsel
2014 Eine fotografische Untersuchung - Buch und Ausstellung
in Zusammenarbeit mit Hannah Reuhl und Merlin Pohse
Mentorat: Prof. Dr. Jörg Wiesel und Prof. Dr. Bettina Köhler
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Die Frage „Was ist ein Kleid?“ legt die Basis des Buches. Wir suchen nach Grenzen, die uns umgeben. Wir bewegen uns in der Umgebung, entdecken Räume und Körper, entdecken Grenzen und Freiheiten, die den Menschen umhüllen. Im Spiel mit den Dimensionen ist das Experiment auf die Reise nach unseren materiellen und immateriellen Grenzen gestartet. Während der Untersuchungszeit definierten wir das Kleid als eine Grenze, die sich mit uns bewegt und verändert. Das Kleid nimmt Formen an, weitet sich, engt ein, verdreht sich. Körperlichkeit, Kleidung und Architektur legen das Grundgerüst des Kleides. Innerhalb dieser drei Grenzen kömpft der Mensch um seinen Rang. Wir stellten uns die Aufgabe, diese Grenze zu erforschen und als Bild erfahrbar zu machen und zu inszenieren.

Die Veränderung und Bewegung des Kleides konnten wir durch die andauernde Zusammenarbeit mit dem Mimen Merlin Pohse beobachten und festhalten. Es fand ein Austausch statt, der uns ermöglichte, das Projekt auf einer reflexiven Basis entstehen zu lassen, und gezielt neue Experimente zu entwickeln, die auf die vorherigen Versuche aufbauen. Die Veränderung und Bewegung des Kleides einer einzelnen Person war über Monate unserer Kamera und Beobachtung ausgesetzt. In den Aufnahmen konnten wir ablesen, wie sich der Körper des Mimen, dessen Kleidung und Arbeitsumgebung geändert haben. Die Zeit zeigt die Veränderung, die sich im Fortschreiten, in der Bewegung eines Menschen, äussert.