Kalena

Leo

Katia Rudnicki lives in Basel and Berlin. Since her Masters degree in architecture and design she works as an artist and photographer under the name „Kalena Leo“. In her ongoing project „Kleid“ (dress) she explores the boundaries between the person, the body and the surrounding space.

Defining „Kleid“ as a fluid boundary Kalena Leo creates pictures in which she poses the question of shell and identity.

-KLEID-

mit Elea Rohner, Marion Täschler, Katherine Newton, Kalena Leo

Frauenfeld,  2017

Während der Atelierzeit im Shed im Eisenwerk Frauenfeld befassen wir uns mit dem Thema Kleid als Grenze von Innen und Aussen. Als Selbstexperiment uniformieren wir uns für einen Monat,

um die Wahrnehmung dieser Grenze zu verstärken.Die Uniformen sind alle in

der selben Grösse und in der selben Farbe. Es sind weisse Arbeitsoveralls, die wir während der Zeit im Atelier tragen - ausser halb des Ateliers sind es weisse Jeans und Hemden.

 

Tägliche Audioaufnahmen dokumentieren, wie es sich im Inneren anfühlt, durch die Uniform das eigene Individuum in den Hintergrund zu stellen und als Gruppe zu existieren. Die Stimmen der Audioaufnahmen werden verzerrt, somit anonymisiert, täglich transkribiert und als Text in der Publikation öffentlich zugänglich gemacht. Dadurch beginnen wir, diese Grenze auszureizen und vielleicht sogar aufzulösen.

Es wird bemerkbar, wie selbst kleinste Ereignisse zu grossen Themen werden. Scans von Material, Liegengelassenem, Gefundenem, oder auch einem Schnitt in den Finger verdeutlichen dies. Dinge, die von blossem Auge nicht einfach sichtbar sind, sondern durchleuchtet werden müssen, bringen erstaunliche Strukturen zum Vorschein. Es ist der Raum zwischen Mensch und Kleid. Es ist eine Zone, die flimmert, explodiert, sich anspannt und ausdehnt, verstaubt, aufgekratzt ist, verschmutzt und dampft. Es ist eine Zone, die als Filter funktioniert, auf dem sich manche Dinge absetzen und verhärten.

 

Die Ausstellung «KLEID» zeigt weisse Mäntel, die genau wie die Scans überdimensioniert sind. Der Raum zwischen Mensch und Mantel wird vergrössert und die eigene flimmrige Filterzone wird erfahrbar. Staub, Schmutz, Explosionen, Ausdehnungen und Verhärtungen dürfen auf diesen Mänteln Platz haben.